New Urban Progress 21. April 2022

New Urban Progress-Fellows erforschen Stadtentwicklung und sozialen Wandel in den USA

Exkursion nach Chicago, Denver and Austin

Ein halbes Jahr nach der Studienreise nach Deutschland im Oktober 2021 steht der nächste Höhepunkt des transatlantischen Austauschprojekts New Urban Progress an: Vom 21. bis 30. April besuchen die Fellows aus Deutschland und den USA die amerikanischen Städte Chicago, Denver und Austin.

Städte sind Seismographen sozioökonomischer Entwicklungen. Sie bilden die Gesellschaft in einem Mikrokosmos ab. So können wir am Beispiel von Städten die Auswirkungen von Pandemien, Klimawandel, Digitalisierung oder Migration auf die Gesellschaft erforschen und Strukturen sozialer Ungleichheit oder das Fortbestehen von Populismus aus einer lokalen Perspektive verstehen.

New Urban Progress ist ein transatlantischer Dialog darüber, wie städtische Gebiete innovativer, demokratischer und nachhaltiger werden können. Durch den Austausch bewährter Praktiken und die Zusammenarbeit an mutigen Lösungen wollen junge Stadtentwickler:innen aus Deutschland und den Vereinigten Staaten herausfinden, wie sozialer und wirtschaftlicher Fortschritt erreicht werden kann, während gleichzeitig die transatlantische Partnerschaft auf Stadtebene erneuert wird.

Im Rahmen der Exkursion in die USA entdecken die Fellows praktische Trends und Herausforderungen der Stadtentwicklung für einen progressiven sozialen Wandel. Während die Reise nach Deutschland kurz nach den Bundestagswahlen stattfand, findet die aktuelle Reise im Vorfeld der Zwischenwahlen zum US-Kongress (sowie weiterer Gouverneurs- und Kommunalwahlen) statt. Die Fellows treffen sich mit den Büros der Bürgermeister:innen, erkunden die Städte mit dem Fahrrad und zu Fuß und diskutieren mit Nachbarschaftsinitiativen über urbane Entwicklungen.

Dabei spiegeln die drei Städte Chicago, Denver und Austin die vielen Gesichter der Vereinigten Staaten wider:

  • Chicago ist eine der größten Städte der USA. Rund 2,7 Millionen Menschen leben in der "Windy City". Chicago ist neben New York ein Finanzzentrum und nicht nur für seine architektonische Skyline und weltbekannten Sportmannschaften bekannt, sondern auch für seine schwarze und lateinamerikanische Communities. Chicago war in den 1960er Jahren der Nährboden für die Bürgerrechtsbewegung, als eine der Schlüsselfiguren Martin Luther King Kr. die Chicagoer Freiheitsbewegung anführte. Dennoch kämpft Chicago bis heute mit sozialer Ungleichheit und sozialer Segregation. Zu den zentralen Herausforderungen Chicagos gehören unsichere Wohnverhältnisse, Polizeigewalt, Kriminalität und ungleiche öffentliche Verkehrsmittel.
  • Denver ist die Hauptstadt von Colorado und hat sich zu einem begehrten, wirtschaftlich florierenden urbanen Zentrum im Mittleren Westen entwickelt. In den letzten 30 Jahren hat sich die Bevölkerung Denvers von 1,5 Millionen auf fast 3 Millionen Einwohner verdoppelt. Das schnelle Bevölkerungswachstum wirft jedoch Fragen wie etwa nach bezahlbarem Wohnraum und Gentrifizierung auf. Darüber hinaus blickt Denver besonders auf die Herausforderungen zur Bewältigung des Klimawandels.
  • Austin ist die am rasantesten wachsende Stadt in den Vereinigten Staaten. Häufig als "Silicon Hills" bezeichnet, wird Austin als das nächste technologische Hub erklärt, das Entrepreneure und Unternehmen aus Kalifornien nach Texas lockt. Doch während die Stadt an Geschäfts- und Wirtschaftswachstum gewinnt, hat Austin mit steigenden Wohnungspreisen, stagnierenden Löhnen und einer sich zuspitzenden Obdachlosenkrise zu kämpfen. Zugleich ist Austin auch ein Ort für eine wachsende Arbeiterbewegung. Vor allem junge Fachkräfte in der Tech-Branche engagieren sich zunehmend gewerkschaftlich und fördern die gewerkschaftliche Organisierung.

Höhepunkte des Programms sind zum Beispiel ein Treffen mit Samir Mayekar im Büro des Bürgermeisters von Chicago, eine Tour zur Raum- und Wohnungspolitik in Austin, eine Diskussion mit den Smart Cities und Colorado Smart Cities Alliances in Denver und ein transatlantisches Abendessen.

Die verschiedenen Trips bieten den Fellows die Möglichkeit, bewährte Praktiken in den USA kennen zu lernen und Vergleiche zu ihrem transatlantischen Pendant zu ziehen. In Gruppenarbeiten reflektieren die Fellows ihre Erfahrungen, die in die Abschlusspublikationen einfließen. Die Abschlusspublikationen erscheinen im Sommer 2022.

Für mehr Informationen, kontaktieren Sie Alexandra Hunger.